16.10.2009

Thomas Schumacher, Beirat und Referent am Forum 2009 im Interview

Thomas Schumacher ist Partner der osb Tübingen GmbH, wo er als Management- und Organisationsberater Strategie- und Organisationsentwicklungsprozesse begleitet sowie Führungskräfte coacht. Zusätzlich ist er Lehrbeauftragter am Institut für Betriebswirtschaftslehre, Universität St. Gallen, und dem Institut für Interventionsforschung und Kulturelle Nachhaltigkeit, Universität Klagenfurt. Als Beirat bei studienaktie.org leistet er ehrenamtliches Coaching des Vereinsvorstands in Fragen der Strategie- und Organisationsentwicklung.

studienaktie.org: Thomas Schumacher, du engagierst dich als Beirat für studienaktie.org. Weshalb? Was verbindet dich mit studienaktie.org?

Thomas Schumacher: Ganz konkret ist die Verbindung über Lars Stein zustande gekommen. Wir kennen uns aus verschiedenen gemeinsamen Aktivitäten an der Universität St. Gallen. Er hat mich angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, studienaktie.org in der Rolle eines Beirats mit dem Schwerpunkt Organisationsentwicklung zu unterstützen.

Wie muss man sich die Rolle als Beirat vorstellen?

Der Beirat ist ein Sparringspartner und hat als Bei-Rat ein wenig die Funktion dem Vorstand beizustehen und ihn zu beraten. Das bezieht sich vor allem auf Fragen, die mit der Entwicklung von studienaktie.org zu tun haben. In meinem Fall ist das insbesondere ein Coaching in Fragen der Strategie- und Organisationsentwicklung sowie die Führung der Führung. Das geschieht in regelmäßigen Beiratstreffen, aber eben auch viel in Form von telefonischen oder persönlichen Gesprächen zwischendurch.

Am forum studienaktie 09 wirst du einen Workshop zum Thema Coaching-Kompetenz halten. Coaching ist ja ein zentraler Bestandteil der Begleitung der Aspiranten und deshalb sehr wichtig für studienaktie.org. Was verstehst du persönlich unter gutem Coaching?

Coaching ist aus meiner Sicht eine Beratung, die nicht in erster Linie in Form einer Expertenberatung daher kommt. Es geht im Coaching vor allem darum, persönliche oder organisationsbezogene Fragen mit dem Coachee so zu bearbeiten, dass daraus für ihn zum einen z.B. Sicherheiten in einer Entscheidungssituation oder Lösungen in einer als problematisch wahrgenommenen Situation greifbar werden. Gleichzeitig sollte dabei idealerweise auch ein Zugewinn für den Umgang mit vergleichbaren Situationen entstehen – man könnte es pädagogisch ausgedrückt auch einen Kompetenzaufbau nennen.

Kannst du uns bereits einen Einblick geben, worum es im Workshop gehen wird?

Es wird um einen spezifischen Ansatz zum Coaching gehen: den lösungsfokussierten Ansatz. Dabei handelt es sich um einen – gerade für Coachingprozesse – sehr geeigneten Ansatz, mit dem die dialogische Form eines Coachings sehr wirkungsvoll aufgebaut werden kann. Dazu möchte ich mich mit den Teilnehmern ein wenig auf die Suche machen um zu verstehen, was hinter den Kulissen eines „normalen“ Gesprächs so an Erwartungen aufgebaut wird und wie man durch ein verändertes Kommunikationsverhalten als Coach sowohl die Ebene der konkreten Lösungs- oder Entscheidungsfindung bedienen kann, gleichzeitig aber eben auch Kompetenzaufbau betreiben kann.

Autor Barbara Meili
Kategorie Menschen bei studienaktie.org