Perspektivenbotschafterin Monika Ribar eröffnet Workshop-Reihe
Im Juni 2010 fand der erste Perspektivenbotschafter-Workshop statt. Mit der Umsetzung dieses ersten Projekts unseres Bereichs „Lust auf Bildung wecken“ konnten wir Schüler/innen und Lehrpersonen gleichermassen begeistern.

Monika Ribar
„Und Sie sind wirklich der höchste Chef?“, fragt einer der Schüler beeindruckt. Monika Ribar lacht und versucht dann, die Unternehmensstruktur, ihre eigene Rolle als CEO von Panalpina und jene des Verwaltungsrats zu erklären. Zuvor hat sie den fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schülern der Minerva Schule Basel in anschlussfähiger Form von ihrem Werdegang erzählt und sie motiviert, sich mit ihrer eigenen Zukunft auseinander zu setzen und an ihr Potential zu glauben.
Monika Ribar ist eine von bisher sechs Perspektivenbotschafterinnen und Perspektivenbotschaftern bei studienaktie.org und hat sich für die Durchführung des ersten Pilot-Workshops zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit den engagierten Lehrpersonen der Sekundarschüler im zweitletzten Schuljahr, die sich zurzeit intensiv mit ihrer Berufswahl auseinander setzen, haben wir ein Format entwickelt, das bei den Schülerinnen und Schüler die Lust auf Bildung wecken und sie ermutigen soll, verschiedene Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Die naheliegende, teilweise stark von den Eltern beeinflusste Option soll reflektiert und um weitere Möglichkeiten ergänzt werden.

Ein Lebensentwurf, entstanden im Workshop
Dieser Punkt wird in der zweiten Workshop-Station thematisiert. Durch ein Lebenslaufpuzzle setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Lebens- und Bildungswegen auseinander und stellen sich die Frage, wie Bildungs- und Berufsentscheidungen zustande kommen. „Hier war der Vater entscheidend“, stellt eine Schülerin fest, „weil er bereits eine Werkstatt hatte, die er seinem Sohn weitergeben wollte.“ Bei anderen Puzzle-Versionen beeinflussen beispielsweise Beziehungen, der Wohnort und damit verbunden das Lehrstellenangebot, Entscheidungen von Geschwistern und Freunden, das Verhältnis zur Lehrperson, aber auch die eigenen Leistungen und Interessen den Werdegang. Auf die Frage „Welche dieser Faktoren könnt ihr selber beeinflussen – und mit welchen müsst ihr euch arrangieren?“ hin bricht in der Klasse eine lebendige Diskussion aus. Schliesslich stehen an der Wandtafel einige Punkte, welche zumindest teilweise der eigenen Gestaltungskraft unterliegen.
Im dritten Teil des Workshops werden die Inputs verarbeitet. Jeder fertigt eine Collage an, in der er den eigenen Lebensweg darstellt – als Strasse, Berg oder als Baum, mit Verzweigungen, Einflussfaktoren und Lebenszielen. Oft spiegelt sich in den Zielen ein Teil von Monika Ribars Leben wider: Eine Schülerin hat sich vom internationalen Arbeitsumfeld beeindrucken lassen und schmiedet Pläne, im Ausland zu arbeiten. „Ich möchte auch einmal so einen tollen Job haben!“, meint ein anderer Jugendlicher und präsentiert seine Collage. „Damit ich an die Uni kann, muss ich aber noch viel arbeiten.“
Barbara Meili
