Erfahrungen: Die Gewinner des Concours de Vision 2008 und ihre Projekte

Vier Concours-Gewinner durften am forum studienaktie 08 ihre Ideen präsentieren und zur Diskussion stellen. Die eingereichten Projekte waren ebenso vielfältig wie die Personen, die dafür einstanden:

  • Erich, BWL-Student, möchte ein eigenes Unternehmen gründen, das kleine und mittelständische Unternehmen mit betriebswirtschaftlichem Know-How unterstützt. Er träumt von einer Karriere als „gute Heuschrecke“.
  • Der Jura-Student Jonas möchte ein Netz junger Journalisten aufbauen, die authentisch über Ereignisse in ihrer Umgebung berichten. Ziel ist es, Menschen über Konfliktgrenzen hinweg zu vernetzen und so den Austausch zu fördern.
  • Auch Karins Projekt will gegenseitiges Verständnis fördern: Die Religionswissenschaftlerin möchte einen von ihr mit gegründeten Verein zur Verbreitung von Wissen über die verschiedenen Religionen professionalisieren.
  • Florian, ebenfalls BWL-Student, möchte in Kapstadt ein Social Enterprise aufbauen. Die geplante Bank (in Anlehnung an die Schweizer WIR Bank) soll ein Anbieter für mobile Bank-, Zahlungs- und Marketing-Dienstleistungen werden, dessen Ziel die nachhaltige Entwicklung von Klein- und Kleinstunternehmen in Südafrika ist.

Die Gewinner hat der Concours de Vision 2008 ein gutes Stück weiter gebracht: Mit konkreteren Vorstellungen, vielen Anregungen und auch einigen neuen Fragen und echten „Knacknüssen“ gingen sie vom Forum nach Hause. Einige Wochen nach dem Workshop liessen sie sich den Nachmittag nochmals durch den Kopf gehen:

Karin zeigte sich zufrieden mit dem Workshop:

Ich wollte herausfinden, wie es um unseren Verein steht, ob er Potential birgt, um eventuell in einigen Jahren daraus bezahlte Jobs zu schaffen. Meine Erwartungen waren nicht, dass ich abends mit einer pfannenfertigen Idee nach Hause gehe, sondern dass ich ausgelotet habe, wo man was und wie am Verein professionalisieren muss, und was das für mein persönliches Engagement bedeutet. Diese Erwartungen wurden erfüllt: Der studienaktie Concours war ein ausschlaggebender Impuls zu einer neuen Herangehensweise an den Verein.

Auch Florian empfand den Concours als hilfreich:

Der Concours hat mir geholfen, strategische Fragen für die Weiterentwicklung des Social Enterprises aufzudecken und kritische Punkte in der bisherigen Planung klarer zu erkennen. Ich habe den Workshop als extrem produktiv und anregend empfunden und kann eine Concours-Teilnahme jedem, der den Schritt in die Selbständigkeit plant, nur wärmstens empfehlen.

Doch nicht nur die Concours-Gewinner haben von vom Coaching profitiert, auch für die Ratgebenden war die Teilnahme am Reflecting Team ein lohnendes Erlebnis, wie ein Teilnehmer bekennt:

Es ist wirklich spannend, welche Dynamik hier entsteht. Als Einzelner hat man immer das Gefühl, man kann nichts tun. Aber jeder gibt ein Stückchen – und zum Schluss ist das Puzzle fertig.

Ein Jahr danach – was ist aus den Ideen und Visionen der Concours-Gewinner 2008 geworden?

Natürlich möchten wir auch wissen, was ein Jahr später aus den Projektideen geworden ist. Bei den Concours-Gewinnern nachgefragt, bekamen wir nicht nur Erfolgsgeschichten zu hören. Aber bei allen hat sich die Idee in die eine oder andere Richtung weiter entwickelt, und der Concours de Vision hat zu dieser Weiterentwicklung beigetragen.

Florian

Der angestrebten Gründung des Social Enterprises „Uconomy“ ist Florian inzwischen ein grosses Stück näher gekommen:

Die Gründung der südafrikanischen Körperschaft wie auch des deutschen Fördervereins stehen unmittelbar bevor, ebenso wie die Fertigstellung einer Demoversion unserer Software. Dank unserer Verbindung zu Heart, einem südafrikanischen Inkubator für social enterprises, haben wir einige wichtige Persönlichkeiten kennengelernt und werden in den nächsten Wochen auch mit der Premierministerin von Western Cape zusammentreffen. Das Feedback von unseren Gesprächspartnern ist durchweg positiv, wir sind auf dem richtigen Weg sind und die erfolgreiche Finanzierung unseres Pilotprojekts nur noch eine Frage der Zeit.

Florian glaubt nicht, dass sich durch die Coaching-Session in seiner Herangehensweise grundsätzlich etwas geändert hat. Dennoch kann er sich an den positiven Schub erinnern, den die Veranstaltung ausgelöst hat:

Ich erinnere mich, dass ich die Session während und in der Zeit direkt nach dem Forum als sehr belebend erlebt habe. Ein Effekt war, dass ich meinen Fokus etwas verschoben habe, weg von zu viel Komplexität hin zu so-einfach-wie-möglich. Auch jetzt noch denke ich gerne an den sehr anregenden Gedankenaustausch und das spezielle Format der Session zurück.“ Der Nachmittag sei aber zu kurz, um nachhaltig zu wirken: „Ich glaube, dass auf längere Sicht meine wertvollste Erkenntnis ist, dass nur ein kontinuierliches Coaching wirklich zu Verbesserungen führen kann.

Jonas

Jonas’ Journalismusprojekt liegt vorerst auf Eis:

Ich habe mit ähnlichen Projekten Kontakt aufgenommen und bemerken dürfen, dass die ihre Arbeit recht gut machen – darum ist das in der Prioritätenliste etwas nach hinten gerutscht.

Das Coaching habe ihn aber trotzdem weiter gebracht, meint er:

Ich habe die Coaching-Session als sehr anregend, hilfreich und angenehm empfunden. Zwar hat sie kurzfristig nichts an der Verwirklichung des Projekts geändert, aber dennoch hat sie bei mir Eindrücke hinterlassen, die ich zurzeit zu Gunsten anderer Visionen einbringen kann.

Die Coachingsession hat er als sehr angeregt in Erinnerung:

Ich fand es superspannend, wie drei Personen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen ihre spontanen Gedanken, die meist die Ehrlichsten und nicht selten die Besten sind, auf meine Idee reagierten. Voraussetzung für ein positives Erlebnis dieser Art Coachings ist in meinen Augen, dass die oder der Gecoachte seine Persönlichkeit vom Projekt trennen kann. Falls dies nicht gelingt, könnten kritische Aussagen der Teilnehmer missverstanden werden.

Auf die Frage, ob sich seine Herangehensweise an die Umsetzung persönlicher Projekte geändert hätte, meint Jonas:

Noch stärker versuche ich seit dem Concours, meine eigenen Ideen kritisch und von allen Seiten zu betrachten, erwarte dies aber auch von Mitstreitern.

Karin

Der Verein zur Verbreitung von Wissen über die verschiedenen Religionen hat sich laut Karin im Laufe des letzten Jahres weiterentwickelt:

Wir haben nun einen neuen Namen, der unsere Ausrichtung spiegelt: «WissensWert Religionen. Religionswissenschaftliche Perspektiven und Weiterbildung». Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, uns nur auf ein, höchstens zwei Themen zu spezialisieren. Wir sehen unsere Stärke genau in der Breite des Angebots.

Konkret hat sich der Verein dieses Jahr mit einem politischen Thema befasst:

Momentan aktuell ist eine Impulsveranstaltung zur Minarettfrage in der Schweiz. Wir sind für einen Abend ‚buchbar’ und referieren zum Thema mit anschliessender ausgiebiger Diskussion. Die Veranstaltungsform ist äusserst erfolgreich und wurde z.B. von Kirchgemeinden, aber auch von der FDP gebucht.

Karins ursprüngliche Fragestellung war jene nach der Professionalisierung des Vereins. Diese steht noch nicht unmittelbar bevor:

Diese Vereinsarbeit wird sicher ein Teil meiner Beschäftigung bleiben, allerdings sind wir davon, auch eine Stelle zu schaffen, noch weit entfernt. Alles dauert seine Zeit, aber ein langfristiges Ziel bleibt, zum Teil davon leben zu können.

Von der Coaching-Session hat Karin einiges mitgenommen:

Der Concours und das ‚öffentliche’ Auftreten bei euch hat mich jedoch in der Überzeugung gestärkt, dass ich in diese Richtung weitermachen will. Auch die Methode des Reflecting Teams hat mich sehr überzeugt, ich habe sie inzwischen bereist selber einmal anwenden können und möchte auch in Zukunft damit arbeiten. Zudem habe ich interessante Kontakte schliessen können, z.B. zu einem Vertreter eines Fonds, der für unseren Verein interessant sein könnte.

Erich

Erich hat sein Vorhaben, ein eigenes Beratungsunternehmen zu gründen, vorerst eingestellt, um nochmals grundlegend über die Bücher zu gehen, was genau Ziel und Zweck des Unternehmens sein sollen.

Fazit

Dass einige der Projekte nicht direkt in Erfolgsgeschichten münden, empfindet Jonas als normal:

Dass es dabei immer wieder Projektanstösse gibt, die nicht gleich Wurzeln schlagen und Früchte tragen, ist nicht etwa die Kehrseite des Concours, sondern liegt in der Natur des Prozesses.

Schliesslich ist es auch ein Gewinn, festzustellen, dass ein Projekt noch nicht ausgereift ist, das Vorhaben bereits von jemand anderem umgesetzt wird oder die eigenen Ideen nochmals überdacht werden müssen. Der Concours bleibt auch dann ein Erlebnis, wie Jonas meint:

Es ist immer schön, Leute zu treffen, die etwas anpacken wollen – die eine Vision, einen Traum und eine Idee haben, und deren Realisierung wagen wollen!

Bertrand Piccard über studienaktie.org

Bertrand Piccard, Wissenschaftler und Abenteurer, hat als erster Mensch in einem Ballon die Erde umkreist.

Wer an die Macht seiner Träume glaubt, kann vieles erreichen. studienaktie.org unterstützt Menschen bei der Umsetzung ihrer Visionen – nutze diese Chance, an der Konkretisierung deiner Träume zu arbeiten!

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